Erfahrungsbericht von René Burkhard
Veröffentlicht am: 10. März 2010
Der Kilimanjaro: Kein Sonntags-Spaziergang
Ein Erfahrungsbericht von René Burkhard (www.velohangar.ch), der für die Expedition sein Fahradgeschäft für zwei Wochen geschlossen hat.
Rund 28 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz und dem Ausland brachen Mitte Februar nach Nairobi in Kenia auf, das Ziel: Den höchsten Berg Afrikas, den Kilimanjaro, zu besteigen. Unter dem Expeditionsteam befanden sich auch Ex-Miss Schweiz Amanda Ammann aus St.Gallen, Hackbrettspieler Nicolas Senn, der auf dem Gäbris wohnt, sowie der Altstätter Hermann „Hermi“ Gschwend, sowie Beatrice Neurauter, Thomas Leemann von Sponsor Rohner Socken aus Balgach, René Burkhard vom Velo-Hangar aus Diepoldsau und natürlich Initiant Stephan Holderegger aus Rebstein. Doch die Besteigung war nicht nur eine persönliche Herausforderung für die Teilnehmer: Unter dem Motto „Jeder Höhenmeter zählt“ sammelte die Gruppe Spendengelder für das von Holderegger vor 10 Jahren initiierte „Rhein-Valley Hospital“, das von der Appenzellerin Ruth Schäfer in Kenia koordiniert wird.
Holpriger Start
Das Programm der Expeditionsgruppe war randvoll und minutiös geplant, lediglich 14 Tage standen zur Verfügung. Doch bereits keine zwei Stunden nach Start des Unternehmens vom Flughafen Zürich aus gab es die erste Verzögerung: Der Flieger, in dem die Gruppe sass, hatte ein Problem mit den Landeklappen und konnte daher nicht nach Afrika weiterfliegen. Da der Airbus für eine sofortige Landung auch zuviel Treibstoff an Bord hatte, zirkelte das Team erst einmal fünf Stunden über der Schweiz, bevor es mit einem neuen Flieger schlussendlich nach Kenia weiterging.
Mit wenig Schlaf, jedoch viel Enthusiasmus im Gepäck ging es dann gleich vom Flughafen weiter zur Lodge von wo aus die Gruppe am übernächsten Morgen zum Kilimanjaro aufbrach. Dass dieser sich nicht so leicht bezwingen lassen würde, war schnell klar: Da sich der Lungentransplantierte Holderegger kurz vor dem Abflug einen schweren Infekt zugezogen hatte, musste er trotz ständigen Infusionen auf Raten des mitgereisten Arztes hin die Besteigung bereits nach der ersten Etappe abbrechen. Denn auch wenn der Kilimanjaro mit seinen 5′895 Metern als „Einsteigerberg“ gilt – ab rund 3′000 Metern bekommen viele Menschen Mühe mit dem geringen Sauerstoffgehalt.
Appenzeller Käse auf dem Gipfel
Nach drei Tagen Besteigung war es dann soweit: Spät in der Nacht um 24 Uhr ging es für die verbleibenden Teilnehmer los, Richtung Spitze. Obwohl alle gut vorbereitet waren und dank Sponsorenhilfe auch Spitzenausrüstung hatten, schafften es nicht alle bis ganz hinauf zum Gipfel. Sauerstoffmangel, Desorientierung, Schwindel und Übelkeit wurde einigen zum Verhängnis – die meisten konnten diese Probleme jedoch überwinden und durften auf dem Gipfel einen wunderbaren Sonnenaufgang bewundern. Nicolas Senn spielte gar ein kurzes Stück auf einem eigens für diesen Zweck gefertigten Mini-Hackbrett und es wurde – ganz auf Schweizer Art – etwas Appenzeller Käse verkostet.
Dringend benötigte Spenden
Nach dem Abstieg ging es zwei Tage später dann weiter zur Besichtigung des „Rhein-Valley Hospitals“ – also des Projektes, dem die Besteigung gewidmet war. Vor Ort sahen die Teilnehmer dann auch, wie die Spenden, die sie gesammelt hatten, eingesetzt werden würden. Das Spitalprojekt leistet wertvolle Aufklärungsarbeit und unterstützt viele, die sich dringend benötigte medizinische Behandlung sonst nicht leisten könnten.
Was für die Kilimanjaro-Gruppe ein unvergessliches persönliches Erlebnis und unglaubliche Herausforderung darstellte, bedeutet für Spitalleiterin Ruth Schäfer wertvolle Unterstützung für das Spitalprojekt in Afrika – denn jeder gespendete Rappen geht ohne Verwaltungskosten direkt an das „Rhein-Valley Hospital“. An dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön allen Unterstützern dieses Projektes!
Der Rhein-Valley Hospital Verein bedankt sich für die Grossartige Unterstützung von René Burkhard.















































